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Das LSS nimmt aktiv an der Blue Heart-Kampagne gegen Menschenhandel teil 2019-07-23

Unter dem Dach der Blue Heart-Kampagne setzen sich Organisationen auf der ganzen Welt gegen Menschenhandel ein.  Als aktiver Partner im Kampf gegen diese moderne Form der Sklaverei unterstützt das LSS diese Aktion, [die mit dem Welttag gegen Menschenhandel am 30. Juli ihren Höhepunkt erreicht.] 

Der Menschenhandel ist ein weltweites Problem, von dem vor allem die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft betroffen sind. Die Blue Heart-Kampagne des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNOCD) fordert daher eine besondere Aufmerksamkeit für dieses Problem. Die Kampagne ruft Regierungen, Unternehmen und Bürger auf, Maßnahmen gegen den Menschenhandel zu ergreifen.  Das Symbol der Kampagne ist ein blaues Herz, das nicht nur das Leid der Opfer, sondern auch die Unempfindlichkeit der Menschenhändler zum Ausdruck bringt.  Diejenigen, die das Symbol sichtbar tragen, zeigen ihre Solidarität mit den Opfern des Menschenhandels.

Auch in Belgien

Auch das LSS unterstützt die Blue Heart-Kampagne. Schließlich gibt es auch in Belgien Ausbeutungssituationen, in denen Opfer von Menschenhandel betroffen sind.  2018 identifizierte die LSS-Inspektion 56 Fälle, in denen es Anzeichen von Menschenhandel gab, woran 65 potenzielle Opfer beteiligt waren. 

Die Aufdeckung potenzieller Opfer von Menschenhandel bleibt jedoch ein Anlass zur Besorgnis.  Viele Situationen, in denen Arbeitnehmer ausgebeutet werden, werden nicht rechtzeitig erkannt.  Dies liegt einerseits an der unzureichenden Kenntnis der Probleme zwischen den verschiedenen Akteuren vor Ort und andererseits an einem Kapazitätsproblem bei den verschiedenen betroffenen Diensten.

Wie geht das LSS mit Menschenhandel um?

Zunächst bereitet das LSS seine Inspektoren gründlich auf Ausbeutungssituationen vor, indem es sie darüber unterrichtet und sensibilisiert. Die Interessen der Opfer müssen immer im Vordergrund stehen.  Inspektoren müssen alles Mögliche tun, um die Opfer an ein anerkanntes Unterbringungszentrum zu verweisen.  Allerdings ist es oft schwierig, die Opfer davon zu überzeugen. Einige von ihnen haben nämlich nicht das Gefühl, dass sie ausgebeutet werden, weil ihre frühere Situation noch schlimmer war. 

Inspektoren spielen an erster Stelle eine wichtige Informationsrolle.  Sie machen die Opfer auf ihre Rechte und mögliche  Betreuung aufmerksam, die sie zum Beispiel bei der Rückforderung unbezahlter Löhne erhalten können. Für mutmaßliche Opfer von Menschenhandel gibt es ein besonderes Schutzverfahren, das den Opfern auch zur Kenntnis gebracht wird. Eine mehrsprachige Broschüre bietet dabei Unterstützung. Die Informationspflicht gilt nicht nur gegenüber den Opfern: Inspektoren müssen eine potenzielle Ausbeutungssituation auch unverzüglich an den Referenzmagistrat melden. 

Im Gegensatz zu anderen Untersuchungssituationen betrachtet das LSS im Falle des Menschenhandels niedrige Löhne und lange Arbeitszeiten nicht nur als Verstöße gegen das Sozialversicherungsgesetz, sondern vor allem als Indikatoren für eine Ausbeutungssituation

Schließlich zielt die Politik der LSS-Inspektoren zunehmend darauf ab, Elemente zu sammeln, womit die Opfer eine finanzielle Entschädigung erhalten können. So führen sie beispielsweise eine Kapitalvorteilberechnung durch, die den Weg für Beschlagnahmen und Einziehungen ebnet.  Sie prüfen auch gründlich Art und Umfang der erbrachten Leistungen, damit die Höhe der zu zahlenden Löhne errechnet werden kann. Die Inspektoren melden die fälligen Löhne und die erbrachten Dienstleistungen an das LSS, so dass es die korrekten Sozialversicherungsbeiträge darauf berechnen kann.

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